Wiener Originale, Portraits

Original Sacher Tortenmanufaktur - ein "Wiener Original"

Philharmonikerstraße 4, 1010 Wien


Hoteldirektor Reiner Heilmann im Café Sacher.

 Es ist weit über Österreichs Grenzen hinaus bekannt: das Hotel Sacher im 1. Wiener Gemeindebezirk. Sacher, ein Name, wie er wohl häufiger in einem Satz mit „Österreich“ fällt, als so ziemlich jeder andere - außer Mozart vielleicht.

Von Beständigkeit und Tortenbotschaftern

Das Hotel, welches seit jeher größten Wert auf Beständigkeit und österreichische Tradition legt, ist jedoch nicht das „Wiener Original“, dem wir uns hier widmen wollen. Das Hotel, so wie wir es heute kennen, besteht seit dem Jahr 1876. Wir blicken noch ein paar Jahrzehnte weiter in die Vergangenheit: in das Jahr 1832, die Geburtsstunde der Sachertorte.

Reiner Heilmann, seines Zeichens Direktor des Hotel Sacher, hat uns erzählt, was Sacher an sich und die Original Sacher Tortenmanufaktur im Speziellen zu einem echten „Wiener Original“ macht. 

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The one and only: Die Sachertorte! 

Herr Heilmann, bitte erzählen Sie uns zum Einstieg etwas über die Historie des Unternehmens.

Sehr gerne! Alles hat 1832 begonnen, als Franz Sacher im Alter von 16 Jahren am Hof ein Dessert kreiert hatte - eine Schokoladentorte, die er nach sich benannte. Das Rezept für die Sachertorte, so wie wir sie heute kennen, wurde jedoch von seinem Sohn Eduard Sacher erdacht. Dieser absolvierte eine Ausbildung bei der kaiserlichen und königlichen (k.u.k.) Hofbäckerei Demel. Damals ahnte jedoch noch niemand, dass sich das Dessert als zeitlos herausstellen würde.

Erst als Sacher zum Hauptlieferanten des Kaisers avanciert ist, wuchs die Bekanntheit. Nach dem Tod von Eduard Sacher führte dessen Frau Anna Fuchs das Unternehmen weiter. Wie sich herausstellte, bewies sie ein geschicktes Händchen bei der Vermarktung der Marke, was dem Namen Sacher - und somit auch der Sachertorte - zu weltweitem Ruhm verhalf.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach ein echtes „Wiener Original“ aus?
Ein „Wiener Original“ muss nicht unbedingt 100 Jahre alt sein. Wichtiger sind Beständigkeit und eine qualitative Kontinuität, welche sich im gesamten Unternehmen widerspiegelt. Das kann auf Produkte bezogen sein, etwa unsere Sachertorte, aber auch auf Personen. Ein echtes „Wiener Original“ ist unmittelbar mit der Stadt verbunden.

Und direkt auf Sacher bezogen?
Einerseits sicherlich die Geschichte. Wir bestehen bereits seit Kaiserzeiten. Darüber hinaus hatten wir damals auch direkten und engen Kontakt zur Hofburg. Besagter Kontakt ist bis heute auf verschiedenen Ebenen erhalten geblieben. Andererseits ist es auch die bereits angesprochene Beständigkeit, welche uns auszeichnet. Wien spiegelt sich bei uns überall wider, von der Architektur bis zur Speisekarte.

Haben Sie im Laufe der Jahre Veränderungen in der Stadt und auch hier bei Ihnen feststellen können?
Als ich nach Wien gekommen bin, fand ich eine relative graue Stadt vor. Ich habe in meiner Zeit hier starke Veränderungen wahrnehmen können, jedoch blieb das typisch Wienerische stets erhalten. Die Stadt ist wesentlich facettenreicher geworden, was sich auch im Hotellerie- und Gastronomiebereich widerspiegelt. Wien hat sich in allen Bereichen extrem positiv entwickelt.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Die Fassade des Hotel Sacher. 

Wir haben mit Herrn Heilmann einen Hoteldirektor getroffen, der voll und ganz hinter Sacher steht und die Tradition sowie die vielen Facetten und auch den Qualitätsanspruch der Marke stets wertzuschätzen weiß. „Kein Tag ist wie der andere. Man erlebt jeden Tag etwas Neues, im positiven Sinn“, so Heilmann.

Nun bleibt abschließend nur noch ein Punkt zu klären: Wer ist der eingangs erwähnte Tortenbotschafter?

Das wäre Nicolas Cage, der seit Langem regelmäßiger Kunde bei Sacher ist. Cage gilt als absoluter Fan der Sachertorte und trägt diese Botschaft in die ganze Welt hinaus. Die Vienna-Sachertorten-Connection!