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Grätzlg’schichten: Leiwand

Das Wiener Wort „leiwand“, oder als „leiwaund“ noch stärker dialektal betont, bedeutet direkt übersetzt „großartig“ oder „sehr gut“. Jedoch wird leiwand auch im ironischen Sinne verwendet. Gerne werden noch das Wiener „Ur“ - „für etwas besonderes“ - oder „Ois“ - „für alles“ - vor das Wort gesetzt, auch „Oida“ wird oft vor- oder nachgestellt.

Die Herkunft des Wortes ist nicht eindeutig geklärt. Die Geburtsstunde erfolgte höchstwahrscheinlich im Jahr 1432 im ehemaligen Wiener Bürgerspital, gelegen im heutigen Gebiet zwischen Lobkowitzplatz und Kärntner Straße. Zur damaligen Zeit wurde im multifunktionalen Bürgerspital mit Leinen gehandelt, da die Einrichtung nicht nur zur medizinischen Versorgung diente. Das Spital war zusätzlich sogar mit dem Braurecht ausgestattet. Das dort hergestellte und ausgeschenkte „Leinwandbier“ war besonders schmackhaft und genoss einen guten Ruf. Der Ausspruch „Das ist leinwand“ bedeutete zur damaligen Zeit, dass ein Gegenstand so gut wie das Bier sei.

Der Wiener Liedermacher Wolfgang Ambros verwendete für seinen winterlichen Hit „Schifoan“ den Superlativ des Wortes, indem er „Schifoan is des Leiwandste“ besang. Das Wort ist im Sprachgebrauch von Wienerinnen und Wiener nicht mehr wegzudenken. Dazu sagen wir einfach: leiwand!

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