Die Wiener Themenwochen

Die Wiener Themenwochen:Gute-Nacht-Geschichten!

Ruhe im Kinderzimmer? Keineswegs: Kinder lieben es, Geschichten vorgelesen zu bekommen. Wir sind überzeugt: Bücher gehören einfach in das Reich der lieben Kleinen. Bloß sollten es die Richtigen sein. Denn was gibt es Schöneres als die Lieblings-Gute-Nacht-Geschichte, die man bei Bedarf auch immer wieder von vorne lesen kann? Gute Kinderbücher halten sich oft über Generationen – wir haben für die kommenden Tage kleine Klassiker und auch ganz neue Geschichten ausgewählt, die Kindern gute Träume bescheren werden.

Herr Fuchs und der rote Faden / Franziska Biermann

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Vielleicht hat schon jemand von Euch von der Geschichte des sprichwörtlich lesehungrigen Fuchses gehört, der Bücher wirklich „zum Fressen“ gern hat? Es gibt gute Neuigkeiten: Der Fuchs ist zurück. Und jetzt, da er selbst ein erfolgreicher Schriftsteller geworden ist, will er aus seinen gesammelten Ideen ein Buch schreiben … aber halt! Die kleine Leseratte hat seine Notizen gestohlen und wie der Herr Fuchs wieder in Besitz seines geistigen Eigentums gerät, wird in der urkomischen und fuchsigschlau von Franziska Biermann erzählten Geschichte auf 64 durchgängig bunt illustrierten Seiten mit viel Einfallsreichtum erzählt.

Wo die wilden Kerle wohnen / Maurice Sendak

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Dieses in den 50iger Jahren vom amerikanischen Autor Maurice Sendak verfasste Kinderbuch war zu Beginn gleich einmal auf der schwarzen Liste von Bibliotheken, Eltern und Pädagogen. Zu wild sei es, hieß es. Aber Kinder zog es magisch an und wurde immer beliebter. Dabei hatte der Autor bloß keine wilden Pferde zeichnen können und diese durch Karikaturen seiner, nach eigener Einschätzung verrückten Familie ersetzt. Der Held der Geschichte, der kleine Max, wünscht sich nach einem Streit mit seiner Mutter weit fort und findet sich plötzlich auf der Insel der wilden Kerle wieder. Die haben erstaunlich viel Ähnlichkeit mit seinen zurückgelassenen Verwandten, sind aber viel ungestümer und kneifen ihn dauernd in die Wangen. Der Junge wirft sich binnen kurzem zum Herrscher der Insel auf und als er beginnt, seine wahre Familie zu vermissen, läßt er schweren Herzens die lieb gewonnenen wilden Kerle dort zurück. Stunden voller Spannung sind am Bettrand garantiert – für Klein und Groß.

Babyfratz / Stephanie Blake  

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Der kleine Hasenjunge Simon fühlt sich wohl bei seinen Haseneltern. Er darf spielen und herumtoben und alles wäre eitel Wonne, wenn da nicht plötzlich ein kleines Brüderchen – der Babyfratz – in sein Leben getreten wäre. Jetzt darf er nur noch eines: Rücksicht nehmen. Diese heikle Thematik wurde von der Autorin Stephanie Blake recht unverblümt in dieses witzig illustrierte Buch für Kinder ab drei Jahren verpackt und damit trifft sie auch genau das Alter, in welchem die meisten Kinder ihr neues Geschwisterchen vor die Nase gesetzt bekommen. Dass dies keine leichte Umstellung bedeutet, wird in der kurzweiligen Geschichte durchaus kritisch aus der Sicht des Hasenjungen Simon betrachtet – ein gutes Buch, das Eltern mit ihren Kindern im beste Sinne Gesprächsstoff bescheren wird.

Paddington / Michael Bond  

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Der berühmte Londoner Bahnhof Paddington Station stand Pate beim Namen des ebenso berühmten Bären der englischen Kinderliteratur. Kein Wunder, wurde er dort doch von seiner zukünftigen Familie mutterseelenallein mit einem Schild um den Hals gefunden, man möge sich doch „um den Bären kümmern“. Sehr bald stellt sich heraus, dass der fröhliche Petz nicht nur erstklassige Manieren besitzt – ein Hauptmotiv der über zwei Dutzend Bände – sondern auch das Talent, sich immer in ausgesprochen mißliche Lagen zu bringen. Was Kinder aus den Abenteuern des Bären Paddington seit Generationen mitnehmen, ist leicht erklärt: Gutes Benehmen hilft auch in den schlimmsten Situationen – und Verzeihen (können) ist eine wahre Tugend.

Nur noch kurz die Ohren kraulen / Jörg Mühle

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Eine gute Geschichte kann man spüren. So im interaktiven Buch „Nur noch kurz die Ohren kraulen“ von Illustrator Jörg Mühle. Wie es genau funktioniert, dass die Kleinsten zuhause in ihrem Bettchen dem kleinen Hasen in der süßen Geschichte tatsächlich mit ihren Fingern beim Zubettgehen und Einschlafen helfen können – ganz ohne App und Touchscreen in einem Buch aus Papier und Pappe – wird hier nicht verraten. Eins ist sicher: Dieser kleine Band macht nicht nur viele Abende Spaß, sondern den kleinen Hasen auch zum besten Freund müder Kinderaugen.