25 Jahre Wiener Einkaufsstraßen, 1. Bezirk

Die Spiegelgasse im 1. Bezirk – 25 Jahre Wiener Einkaufsstraßen

Gut versteckt im ersten Bezirk liegt ein kleines, idyllisches Gässchen, das auf den ersten Blick vielleicht sogar etwas unscheinbar wirken mag: Die Spiegelgasse. Sie ist eine Seitenstraße des berühmten Wiener Grabens, steht ihrem „großen Bruder“ jedoch um nichts nach. Wie kaum eine andere Straße in der Innenstadt überrascht sie trotz ihrer Länge von knapp 305 Meter mit einem überragenden Angebot: Hier findet ihr von Mode über Schmuck bis hin zu diversen Accessoires alles, was euer Herz begehrt. Spontan Lust, an einer Versteigerung teilzunehmen? Tatsächlich könnt ihr auch das hier tun.

imageSpieglein, Spieglein an der Wand …


Der Name der Spiegelgasse geht auf ihre einstigen Unternehmer zurück. Hier waren im Jahre 1367 Spiegler ansässig, die im Spieglerhaus, am Stock-im-Eisen-Platz 3, arbeiteten. Als Spiegler bezeichnete man im Mittelalter einen Handwerker, der Spiegel herstellte und anschließend verkaufte. Das Geschäft in der Spiegelgasse florierte schnell und erlangte bald in ganz Österreich einen guten Ruf.

Heimat berühmter Dichter und Denker


Dass die Spiegelgasse ein ganz besonderes Plätzchen ist, wusste man schon früh. Die Spiegelgasse zog bekannte Dichter und Denker an, zum Beispiel den Philosophen Friedrich Schlegel. Auch der Musiker Franz Schubert ließ sich hier einst nieder, und Franz Grillparzers Wohnung in der Spiegelgasse wurde später im Wien Museum originalgetreu nachgebaut. 

Die Spiegelgasse und ihre Gebäude


Spaziert man durch die Spiegelgasse, geht man vorbei an prächtigen Gebäuden und Höfen, die es wert sind, sie näher zu erkunden: Der Matschakerhof, welcher die Schmuckwerkstatt Skrein beherbergt, fällt durch seine auffällig rot-linierte Fassade sofort auf. Was die wenigsten wissen: Früher war der Hof im Besitz eines alten niederösterreichischen Rittergeschlechts. Dort, wo heute edle Schmuckstücke verkauft werden, wurden früher ausgelassene Feste gefeiert. Der Göttweiher Hof war seinerzeit ein Miethaus des Stifts Göttweig. Dies ist auch der Ort, an dem Franz Schubert im Zimmer eines Freundes seine berühmte H-Moll-Symphonie schrieb. Eine Gedenktafel an der Hausfassade erinnert immer noch an den Komponisten. Der Auersperghof mit seinem heutigen Hotel Auersperg gilt in der Spiegelgasse als wahrer Blickfang und ist von dem geschichtsträchtigen Pflaster mit seinem kaiserlichen Flair nicht mehr wegzudenken.

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Bildquellen: ÖNB (www.bildarchivaustria.at), WStLA/Reiffenstein