Die Wiener Themenwochen

Die schönsten Barockbauten in Wien

Dieses Jahr wurde Wien zum zehnten Mal in Folge als lebenswerteste Stadt der Welt ausgezeichnet. Das liegt unter anderem auch am Angebot an schönen Kirchen, Kunst und Kultur. Weil Wien auch besonders für seine Barockbauten bekannt ist, möchten wir euch diese Woche fünf davon vorstellen.

Jesuitenkirche, 1010 

Die Jesuitenkirche wurde im Jahr 1623 von Jesuiten erbaut, die zu dieser Zeit für die philosophischen und theologischen Lehrstühle an der Universität Wien zugelassen wurden. Aufgrund der Nähe zur Alten Universität ist sie deshalb auch als Universitätskirche bekannt. Die Jesuitenkirche wurde erheblich vom berühmten italienischen Maler und Bildhauer Andrea Pozzo geprägt, der im Jahr 1703 von Kaiser Leopold I. nach Wien geholt wurde. Pozzo – selbst ein Jesuite – war für die zwei markanten Kirchtürme und für die Kirchenfassade, wie man sie auch heute noch kennt, verantwortlich. Außerdem war er maßgeblich an der opulenten Innenverzierung der Kirche beteiligt. Die Jesuitenkirche, wo auch heute noch fast täglich Gottesdienste stattfinden, befindet sich am Dr. Ignaz-Seipel-Platz 1 im ersten Wiener Gemeindebezirk.


Bildquelle: pinterest.it 

Karlskirche, 1040 

Die Karlskirche gilt nicht nur als eine der schönsten Gotteshäuser Wiens, sondern beherbergt zudem auch ein echtes Stück Familiengeschichte von „Johann Bernhard Fischer von Erlach. Er war  einer der Stararchitekten des Barock und konnte sich innerhalb eines Wettbewerbs gegen zahlreiche namhafte Konkurrenten durchsetzen und sich somit den Auftrag zum Bau der Kirche sichern. Beim Entwurf der Karlskirche spielte er mit verschiedenen architektonischen Mitteln und ließ sich dabei von unterschiedlichen historischen Vorbildern inspirieren. Als er im Jahr 1723 verstarb, war die Kirche noch nicht fertig gestellt, sodass sein Sohn „Joseph Emanuel Fischer von Erlach“ – ebenfalls ausgebildeter Architekt – in die Fußstapfen seines Vaters trat und den Bau der Karlskirche zu Ende brachte. Die Kirche ist mittlerweile auch ein beliebter Auftrittsort für Konzerte aller Art – von klassischer Musik bis zum „Popfest“ finden dort zahlreiche Musik-Veranstaltungen statt. Eine weitere Besonderheit der Karlskirche ist der Panoramalift, der sich mitten in der Kirche befindet. Mit dem Aufzug kommt ihr auf eine 32,5 Meter hohe Plattform, von der ihr einen wunderbaren Blick auf das prunkvolle Interieur sowie auf die kunstvollen Fresken werfen könnt. Die Wendeltreppen der Karlskirche sind mit speziellen Wangensäulen versehen, deren Stil ursprünglich aus dem alten Rom stammt. Diese besondere Wendeltreppe inspirierte zahlreiche Architekten, die mit ähnlichen Wendelstiegen dem Stil der Karlskirche nacheiferten. Egal, ob von innen oder von außen, die prunkvolle Karlskirche am Kreuzherrenplatz 1 im vierten Bezirk ist einfach immer einen Besuch wert.


Bildquelle: franks-travelbox.com

Belvedere, 1030

„Belvedere“ kommt aus dem Italienischen und bedeutet wörtlich übersetzt „schöne Aussicht“. Für den Bau des Schlosses in seiner heutigen Form zeichnete sich „Johann Lucas von Hildebrandt“ verantwortlich, der einer der bekanntesten mitteleuropäischen Baumeister in der Barockzeit war. Die Schlossanlage teilt sich in das Obere sowie in das Untere Belvedere auf, die zusammen mit der Gartenanlage ein wunderschönes Ensemble bilden. Das Belvedere beherbergt außerdem eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Neben dem goldenen Meisterwerk „der Kuss“ von Gustav Klimt, werden dort auch die Bilder von Kunstkoryphäen wie Egon Schiele oder Oskar Kokoschka ausgestellt. Das Schloss Belvedere befindet sich in der Prinz-Eugen-Straße 27 im dritten Bezirk. Die Straße wurde nach „Prinz Eugen von Savoyen“ benannt, für den das Belvedere ursprünglich gebaut wurde.  


Bildquelle: belvedere.at 

Schloss Schönbrunn, 1130

Das Schloss Schönbrunn wurde in seiner heutigen Form im 18. Jahrhundert als Sommerresidenz für Kaiserin Maria Theresia aus dem Hause der Habsburger erbaut. Der Name des Prachtbaus ist auf eine Bemerkung von Kaiser Matthias aus dem Jahr 1619 zurückzuführen, der auf der Jagd eine Quelle entdeckte und „Welch schöner Brunn“ ausrief. Das Schloss, das mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist nicht nur das größte seiner Art in Österreich, sondern beherbergt mit dem Tiergarten Schönbrunn auch den ältesten noch bestehenden Zoo der Welt. Man kann dort neben interessanten Führungen auch im öffentlichen Park entspannen oder von der Gloriette aus eine wunderbare Aussicht über Wien genießen. Das Schloss befindet sich an der Schönbrunnerstraße 47 im 13. Wiener Gemeindebezirk.


Bildquelle: regionalsuche.at 

Kaisergruft, 1010

Die Kaisergruft, die auch als Kapuzinergruft bekannt ist, bezeichnet eine Begräbnisstätte der Habsburger und Habsburg-Lothringer. Aber auch ein bürgerlicher Name ohne Habsburger Abstammung ist an der Grabstätte in Stein gemeiselt – nämlich der von „Karoline von Fuchs-Mollard“. Sie war das Kindermädchen von Kaiserin Maria Theresia und ihre Arbeit sowie ihr Rat wurde von der Kaiserfamilie sehr geschätzt. So sehr, dass Kaiserin Maria Theresia ihr neben einem Platz in der berühmten Habsburger Grabstätte sogar eine eigens verfasste Widmung auf dem Grabstein hinterließ. Sie mag zwar etwas schaurig erscheinen, aber die Kaisergruft ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Unser Tipp: Schaut euch unbedingt den prunkvoll verzierten Sarg von Kaiserin Maria Theresia an! Die Kaisergruft findet ihr bei der Tegetthoffstraße 2 im ersten Wiener Gemeindebezirk.


Bildquelle: afar.com