Wiener Originale, Rund um Wiener Originale

Der Wiener Historismus

„Der Traum eines Architekten“ von Thomas Cole, 1840.

Ihr kennt das: Immer wieder geraten Trends in Vergessenheit, um Jahre später wieder aufzutauchen und von Neuem zu begeistern. Genau dieser Gedanke steht - vereinfacht gesagt - hinter dem Historismus, der in weiten Teilen Wiens seine Spuren hinterlassen hat.

Der Ausdruck Historismus bezeichnet einen im 19. und 20. Jahrhundert verbreiteten Architekturstil. Dabei ließen sich ArchitektInnen von älteren Stilrichtungen beispielsweise Antike, Romanik, Gotik, Renaissance oder Barock inspirieren. Die daraus entstandenen Bauten vereinen häufig mehrere der genannten Ausprägungen kombinieren in sich. 

In seiner Spätphase entstand parallel der Jugendstil, den der Historismus teilweise beeinflusste. Der Historismus selbst erfasste neben der Architektur auch die übrigen Kunstgattungen. Das weltweit bedeutendste architektonische Ensemble des Historismus in Wien ist - nach dem Bau der Altlerchenfelder Kirche, die noch in die Zeit des romantischen Historismus fällt - die Ringstraßenzone mit ihren öffentlichen und privaten Gebäuden, wie etwa dem Burgtheater, dem Justizpalast oder dem Kunsthistorischen Museum und Naturhistorischen Museum. 

Der Wiener Historismus lebte in der Donaumonarchie, wo er sozusagen zum „Reichsstil“ wurde, bis 1914 weiter. Nach wie vor ist er als Wiener Historismus der dominierende Stil in Wien, nach dessen Muster ganze Stadtviertel errichtet wurden.