25 Jahre Wiener Einkaufsstraßen, 1. Bezirk

Das Börseviertel im 1. Bezirk – 25 Jahre Wiener Einkaufsstraßen

Einst beherbergte das Viertel eine der ältesten Börsen der Welt und den einzigen Wertpapierhandelsplatz Österreichs. Bis heute hat sich jedoch vieles verändert – und Wallstreet-Flair herrscht hier schon lange nicht mehr. Im Vergleich mit anderen Gegenden der Wiener Innenstadt wirkt das Börseviertel sogar ruhig und idyllisch. Doch man sollte sich von seinem stillen Charme nicht täuschen lassen, den im Viertel liegt großes Potenzial.

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Der große Saal der Wiener Börse 1877.

Schwarzer Freitag für die Wiener Börse

Ursprünglich war in dem Ringstraßen-Prachtbau von Theophil Hansen die Wiener Börse, eines der schönsten Gebäude der Stadt, angesiedelt. Gegründet 1771 von Kaiserin Maria Theresia, wurde sie schnell zum wichtigsten Umschlagplatz für Anleihen, Aktien & Co. und blieb dies auch für viele Jahre. Ihren tatsächlichen „schwarzen Freitag“ erlebte sie am 13. April 1956, als ein Großbrand einen Teil des Gebäudes zerstörte. Der Schaden war so groß, dass die Börse erst 1959 wieder eröffnet wurde. 

Seit 2001 hat die Wiener Börse ihren Sitz in der Wallnerstraße. Den Namen Börseviertel behielt die Gegend aber trotzdem, wenngleich sie sich verändert hat. Viele traditionelle Betriebe sind abgewandert, jedoch ist auch viel Neues rund um die alte Börse entstanden. Laut Ursula Stenzel, der ehemaligen Bezirksvorsteherin des 1. Bezirks, soll sich das Viertel wieder auf seinen Ursprung besinnen und mit neuem Selbstbewusstsein der Öffentlichkeit präsentieren.

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Wichtige Akten wurden beim Brand der Wiener Börse 1956 gerettet.

Jetzt wird gehandelt

In den letzten Jahren wurde der Zusammenschluss lokaler Unternehmen und Betriebe immer stärker. So hat sich ein stabiles Netzwerk gebildet, das gem ganzen Viertel zugute kommt. Die Initiative setzt sich dafür ein, neue attraktive Geschäfte anzuziehen und sie bei der Eröffnung und anderen Hürden zu unterstützen. Darüber hinaus soll die Lebensqualität im Viertel verbessert werden.

Boni, die sich auszahlen

Der Verein rund um das Börseviertel bietet für Interessierte – ob Firmen oder Privatpersonen – die Möglichkeit einer Mitgliedschaft an. Unter anderem erhalten Mitglieder eine Börseviertel-Card, die ihnen verschiedenste Boni und Ermäßigungen sichert. Auch kann man durch eine Mitgliedschaft von den verschiedenen Vorteilen des Vereins profitieren sowie ein wichtiger Bestandteil des wachsenden Netzwerks werden. Rund 50 Mitgliedsunternehmen hat der Verein derzeit, Tendenz steigend.

Gemeinsam den Kurs nach oben treiben

Um im Viertel neue Impulse zu schaffen, organisieren die Unternehmer unterschiedliche Projekte und Aktionen. Abwechslungsreiche Veranstaltungen erregen Aufmerksamkeit – und davon profitieren nicht nur die einzelnen Betriebe, sondern das ganze Viertel.

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Im Börseviertel hatte auch das k.k. Rohrpostamt seinen Sitz.

Bildquellen: ÖNB (www.bildarchivaustria.at), ÖNB/Reiffenstein, ÖNB/Hilscher