Wiener Originale, Portraits

Café Museum - ein „Wiener Original“

Operngasse 7, 1010 Wien


Zeit für Gemütlichkeit und Kaffeegenuss: Irmgard Querfeld im Café Museum.

Ferdinand Rainer eröffnete 1899 das Café Museum an einem Standort, der für ein Café nicht besser sein könnte: in unmittelbarer Nachbarschaft zur Secession, zum Künstlerhaus und zur Akademie der bildenden Künste sowie zur Staatsoper und zum Musikvereinssaal. Die Einrichtung des neuen Kaffeehauses ließ er von Adolf Loos gestalten. Im Gegensatz zu den in üppigem Prunk eingerichteten Gründerzeit-Kaffeehäusern legte Loos – ganz im Sinne seines späteren Manifests „Ornament und Verbrechen“ – bei der Gestaltung der Inneneinrichtung großen Wert auf Einfachheit. 1906 wurde das Café Museum von der Familie Pretscher übernommen, die es in den folgenden Jahrzehnten erfolgreich durch zwei Weltkriege und durch wirtschaftlich schwierige Zeiten führte.

Um herauszufinden, was das Café Museum zu einem echten „Wiener Original“ macht, haben wir mit Geschäftsführerin Irmgard Querfeld gesprochen.

Frau Querfeld, was macht das Café Museum zum „Wiener Original“?

Seit dem Jahr 1899 ist das Café Museum als Kaffeehaus beständig. Es weist eine wahnsinnig lange Tradition auf und ist immer schon ein Treffpunkt für Künstler und Literaten gewesen. Bei uns herrscht eben eine ganz besondere Wohlfühlatmosphäre, die auch immer wieder gerne zu langen Gesprächen einlädt. Bei uns wird häufig zu Lesungen geladen, außerdem kommen Schriftsteller gerne zu uns, um in entspannter Atmosphäre zu schreiben. Bei uns treffen sich „der Wiener und die ganze Welt“, das bringt wohl auch gewisse Inspirationen. 

Haben Sie in den letzten Jahren Veränderungen wahrgenommen?

Gemütlichkeit war und ist unseren Gästen sehr wichtig, das wird sich hier in Wien wohl auch nie ändern - die Wiener Mentalität bleibt immer erhalten. Um dem gerecht zu werden, haben wir das alte Interieur aus dem Kaffeehaus entfernt und die Inneneinrichtung des Café Museum nach den Plänen des genialen Josef Zotti in neuem Glanz auferstehen lassen. 

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Das Interieur des Cafés vereint moderne Ausstrahlung mit Wohnzimmeratmosphäre.

Worauf sind Sie besonders stolz? 

Mit der Neueröffnung im Oktober 2010 ging ein sehnlicher Wunsch vieler heimatlos gewordener Stammgäste in Erfüllung. Seit 2011 finden im Café Museum auch regelmäßig Kaffeehauslesungen mit Publikumsgesprächen statt, ganz in der Tradition eines Künstlertreffpunktes. Wir achten mit Engagement und viel Gespür auf das anvertraute Café Museum, das damit besonders schön deutlich macht, warum die Wiener Kaffeehauskultur zum „immateriellen UNESCO-Kulturerbe“ erhoben wurde.

Vielen Dank für das anregende Gespräch!

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Schon immer ein Platz für Freigeister - das Café Museum

Das Café Museum in Wien ist ein modernes Gesamtkunstwerk für alle Sinne, und das schon seit 1899. Gleich neben der verführerischen Mehlspeisvitrine ist die ferrari-rote Chimbali-Kaffeemaschine im Einsatz. Kaffeeduft liegt in der Luft, Löffel klappern und köstlicher Kaffee wird von eleganten Obern serviert. Silberne Kugelleuchten im Stil Josef Zottis aus den 1930er-Jahren schaffen eine ganz besondere Lichtstimmung. Das Café Museum ist ein „Wiener Original“ zum Wohlfühlen!