25 Jahre Wiener Einkaufsstraßen, 1. Bezirk

Das Palaisviertel im 1. Bezirk – 25 Jahre Wiener Einkaufsstraßen

Wo man einige der prachtvollsten Gebäude der Wiener Innenstadt findet? Nun, nach einem Spaziergang durch das Palaisviertel scheint diese Frage beantwortet. Denn inmitten geschichtsträchtiger Gebäude, in denen der Adel rauschende Feste gefeiert und wichtige Vereinbarungen abgeschlossen hat, wünscht man sich beinahe, sie könnten von ihren Erlebnissen berichten. Doch heute übernehmen wir gerne die Rolle des Geschichtenerzählers.

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imagePrächtiger Lebensraum, vielfältige Einkaufsstraße


Das Palaisviertel erstreckt sich auf der einen Seite zwischen Michaelerplatz und Teinfaltstraße, auf der anderen zwischen Volksgarten und Freyung und beherbergte einst eine Vielzahl adeliger Wohnsitze und herrschaftlicher Residenzen – die zum Großteil noch erhalten sind. So findet man alleine in der Herrengasse, der Hauptader des Palaisviertels, gleich neun der imposanten Gebäude, darunter das Palais Herberstein, das Palais Niederösterreich und das Palais Batthyány. Von besonderer Bedeutung sind zudem das Palais Ferstel und das Palais Daun Kinsky ebenso wie das Palais Harrach und das Palais Hardegg. Nirgendwo sonst in Österreich gibt es eine so hohe Dichte an wunderschönen Bauten und historischen Wänden, die mit viel Liebe zum Detail und aus hauptsächlich privaten finanziellen Mitteln renoviert und stetig restauriert werden. 

Vom Bankinstitut zum edlen Herrenhaus: Das Palais Ferstel


Im Jahre 1855 sollte nach dem Wunsch des damaligen Gouverneurs der Nationalbank, Franz von Pipitz, ein Neubau „bei strenger Beachtung von Ökonomie und bei Vermeidung eines wertvollen Luxus mit Solidarität und künstlerischer sowie technischer Vollendung“ errichtet werden. Dieses neue Gebäude sollte Platz bieten für die Nationalbank, die Börse, ein Kaffeehaus und einen Basar. Der Architekt und Namensgeber des Palais, Heinrich von Ferstel, verstand es schließlich, die Räume der Notenbank, die Passage mit dem Basar (Ferstel Passage) und das Kaffeehaus (Café Central) perfekt aufeinander abzustimmen und einen einheitlichen, wahrhaft magischen Stil zu bewahren. Und das noch dazu mit dem Flair eines italienischen Palazzos. 

Kein Wunder, dass das Palaisviertel bei seinen Bewohnern und Besuchern als besonders angenehmes, schönes „Grätzl“ bezeichnet wird, reiht sich hier doch ein malerisch prächtiges Gebäude an das nächste. Die Atmosphäre und der Charme sind unvergleichlich und lassen wahrlich keine Wünsche offen – ob zum Einkaufsbummel oder zum gemütlichen Kaffeetrinken.

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Das Palais Daun Kinsky 1916.

Bildquelle: ÖNB (www.bildarchivaustria.at ), ÖNB/Stauda, ÖNB/Pichler