Geschichte
Benannt ist der Markt nach der Königsfamilie von Hannover, welche mit ihrem Heer nach der Niederlage von Königgrätz (1866) nach Wien flüchtete. Hannover war, wie auch andere deutsche Mittelstaaten im preußisch-österreichischen Krieg, auf Österreichs Seite gestanden.
Erste Wurzeln des Hannovermarktes reichen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zurück (damals standen Bauern und Gärtner auf einem Gebiet, das etwa im Bereich des heutigen Wallensteinplatzes liegt). Der ehemalige Brigittamarkt wurde 1850 gebaut. Am 11.9.1905 verlautbarte der Magistrat eine Kundmachung „betreffend die Verlegung des auf dem Brigittaplatze befindlichen Lebensmittelmarktes in der Kluckygasse, Webergasse und Hannovergasse im XX. Bezirke” (mit 15. September 1905). Der Verkauf erfolgte an allen Tagen (auch Sonntag); allerdings mussten mit Ausnahme der Holzhütten für die Fleischverkäufer alle Stände und Waren täglich entfernt werden.
Am 1.12.1913 wurde der nunmehr aus Holzhütten bestehende „neue” Hannovermarkt an seinem heutigen Standort eröffnet und 1930 in Hannovermarkt umbenannt.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Marktstände des Hannovermarktes wiederholt schwer beschädigt und zum Teil ganz zerstört. Bereits kurz nach dem Krieg wurde allerdings mit dem Wiederaufbau der Stände begonnen. In den Jahren 1963 bis 1965 wurde der Markt mit einer einheitlichen Standkonzeption mit basarähnlichen Ladenzeilen neu errichtet. Der Hannovermarkt hatte damals 94 Marktständen und eine Gesamtfläche von über 3.000 m² und war somit lange Zeit nach dem Naschmarkt der zweitgrößte Markt in Wien. 1999 begann die Planung für die Renovierung des Marktes; Im Jahr 2003 wurde der Markt mit EU Fördermitteln generalsaniert und auf 58 Standplätze verkleinert.